Ariel Schlesinger

23.5. —
6.7.2014

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Ariel Schlesinger, Ausstellungsansicht Kunsthaus Baselland 2014, Foto: Serge Hasenböhler
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Ariel Schlesinger, Ausstellungsansicht Kunsthaus Baselland 2014, Foto: Serge Hasenböhler
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Ariel Schlesinger, Ausstellungsansicht Kunsthaus Baselland 2014, Foto: Serge Hasenböhler
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Ariel Schlesinger, Ausstellungsansicht Kunsthaus Baselland 2014, Foto: Serge Hasenböhler
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Ariel Schlesinger, Ausstellungsansicht Kunsthaus Baselland 2014, Foto: Serge Hasenböhler
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Ariel Schlesinger, Ausstellungsansicht Kunsthaus Baselland 2014, Foto: Serge Hasenböhler
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Ariel Schlesinger, Ausstellungsansicht Kunsthaus Baselland 2014, Foto: Serge Hasenböhler
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Ariel Schlesinger, Ausstellungsansicht Kunsthaus Baselland 2014, Foto: Serge Hasenböhler
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Ariel Schlesinger, Ausstellungsansicht Kunsthaus Baselland 2014, Foto: Serge Hasenböhler
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Ariel Schlesinger, Ausstellungsansicht Kunsthaus Baselland 2014, Foto: Serge Hasenböhler

Ariel Schlesinger ist in den letzten Jahren immer wieder durch erstaunliche Werke und Rauminterventionen aufgefallen. Bekannt wurde er durch seine minimalen, stets äusserst präzisen Eingriffe in Alltagsgegenstände. Auf spielerisch-witzig, manchmal gefährlich wirkende, vor allem aber poetische Weise verwandelt Schlesinger Gegenstände in poetische Skulpturen und Objekte: Da wird aus einem Feuerzeug ein brennendes Öllämpchen, da leben zwei gebogene Bleistifte in Zweisamkeit, da züngeln aus Fahrradventilen kleine Flämmchen. Im Kunsthaus Baselland richtete er 2014 seine bislang grösste institutionelle Einzelausstellung aus.

Minimale, stets äusserst präzise Eingriffe in Alltagsgegenstände und widersinnige, spielerisch-witzige Erfindungen sind Grundthemen von Ariel Schlesingers Werk. Da verwandelt sich ein Feuerzeug in ein brennendes Öllämpchen, da leben zwei gebogene Bleistifte in Zweisamkeit, da züngeln aus Fahrradventilen kleine Flämmchen. Aufgewachsen in Israel, lebt und arbeitet Schlesinger in Berlin. Anlässlich seiner Einzellausstellung im Kunsthaus Baselland erscheint der vorliegende, reich illustrierte Band. Robert Ginsberg, bekannt durch seine Publikation The Aesthetics of Ruins, verortet Schlesingers Werk, der in einem längeren Interview selbst zu Wort kommt. Zusammen mit zahlreichen Werkabbildungen und aktuellen Installationsaufnahmen entsteht das facettenreiche Bild eines vielversprechenden Künstlers, der uns in eine Welt voller neuer und überraschender Möglichkeiten mit scheinbar funktionslos gewordenen Alltagsgegenständen entführt.

Bekannt wurde der 1980 in Jerusalem geborene und derzeit in Mexico City und Berlin arbeitende und lebende Ariel Schlesinger durch seine minimalen, stets äusserst präzisen Eingriffe in Alltagsgegenstände, die — scheinbar funktionslos geworden — neue Möglichkeiten im Umgang mit diesen aufzeigen. Ariel Schlesinger arbeitet mit Gegenständen, die er dem Alltag  entnimmt, mit feinen oder auch radikalen Eingriffen wandelt und in etwas überführt, das ihnen selten die Form, wohl aber den angestammten Charakter nimmt — und ihnen damit zugleich ein Rätsel und ein Faszinosum verleiht.

In vielen seiner Werke geht der Künstler mit einer Art destruktiv-konstruktiven Strategie vor, greift ein, wandelt, führt den Gegenstand in etwas Neues über und ermöglicht dem Betrachter überraschende Entdeckungen mit etwas scheinbar bestens Vertrautem. Bisweilen scheint es, als wolle der Künstler Vergangenes, Zerbrochenes oder Totes zu neuem Leben erwecken, es vor dem Verschwinden bewahren und verloren Geglaubtes durch präzise Eingriffe zu neuem Leben erwecken.

Es sind zahlreiche Werke, die einem in der unmittelbaren Begegnung wie ein kleiner Wahrnehmungsschock treffen und die volle Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Manchmal wirken die daraus neu entstandenen neuen Objekte gar bedrohlich oder am Ort der Präsentation Gefahr bringend. Erst nach und nach, im achtsamen Sehen, werden sie logischer, verständlicher und poetischer. Voraussetzung: Man lässt sich ein auf diese dichte Kette an (Selbst-)Befragung und Fantasie, die einem in der reinen Anschauung helfen, den Dingen auf den Grund zu gehen — und mehr hinter allem zu sehen und zu entdecken, als man gemeinhin angenommen hat.
Text von Ines Goldbach

Ausstellung und Katalog wurden grosszügig unterstützt durch die Hans und Renée Müller-Meylan Stiftung, der Basellandschaftlichen Kantonalbank, den Partnern des Kunsthaus Baselland, Dr. Georg und Josi Guggenheim-Stiftung, Alfred und Ilse Stammer-Mayer Stiftung sowie jenen, die namentlich nicht genannt werden möchten. 

Parallel zur Einzelausstellung von Ariel Schlesinger wurde jene von Sarah Oppenheimer im Kunsthaus Baselland gezeigt. 

KuratorIn: Ines Goldbach