Close Up

Oberfläche und Nahsicht in der zeitgenössischen bildenden Kunst und im Film

20.5. —
30.7.2000

Warum nehmen wir Wirklichkeit zunehmend in extremer Nahsicht wahr? Was passiert mit klassischen Parametern wie Ganzheit, Panorama oder der Idee des Kontinuums, wenn Kameraauge und künstlerisches Auge so nah an die Dinge rücken, dass sie mit ihnen zu verschmelzen scheinen? Der Zoom auf die Haut einer Welt, die vor allem aus konjugierbaren Objekten zu bestehen scheint, verspricht zum einen Erreichbarkeit und Verfügbarkeit — zum anderen provoziert er die Frage nach dem Verhältnis von Oberfläche und Inhalt.

Close Up will im Rahmen einer international angelegten Ausstellung, die durch Programmblöcke des Kommunalen Kinos Freiburg ergänzt wird, fragen nachgehen, die sich an diesem Verhältnis entzünden.
Erleben wir in der Konzentration auf Oberflächen eine Realitätsverständnis, das auf Sinn verzichtet? Das sein Versprechen auf einer letztlich sich selbst beglaubigenden Ebene reiner Sichtbarkeit erfüllt? Wie kann man eine solche Ikonographie porentiefer Sichtbarkeit bewerten? Muss man vielleicht Abstand nehmen von der Überzeugung, dass sich Bedeutung nur in der Tiefe konstituiert?
Close Up nähert sich einer Wahrnehmung an, die Bilder Benutzeroberflächen begreift. Damit reflektiert das Projekt auch eine Verlängerung von der Sinn- auf die Surfacefrage.
Zur Ausstellung erscheint im Freiburger Modo-Verlaf ein Katalog.

Close Up wurde Großzügig unterstützt durch Kulturfonds, Bonn, Kulturamt der Stadt Freiburg, Pro Helvetia, Migros Kulturproduzent, Regierungspräsidium Freiburg, Crossair AG Basel, GGG — Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige, Basel, Mondrian Stiftung, Amsterdam, British Council, IFA — Institut für Auslandsbeziehungen, Stuttgart.

KuratorIn: Andreas Baur