Véronique Joumard

Early Birds

20.3. —
9.5.2004

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Véronique Joumard, Travelling, 2004, Ausstellungsansicht Kunsthaus Baselland 2004
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Véronique Joumard, Vidéo projecteur, 2000, Ausstellungsansicht Kunsthaus Baselland 2004
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Véronique Joumard, Ausstellungsansicht Kunsthaus Baselland 2004
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Véronique Joumard, Surface réfléchissant, 2004, Ausstellungsansicht Kunsthaus Baselland 2004
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Véronique Joumard, Ohne Titel, 1993/2004, Ausstellungsansicht Kunsthaus Baselland 2004

Die französische Künstlerin Véronique Joumard (geb. 1964 in Grenoble/lebt in Paris) kreiert in ihren Installationen, Fotografien, Videos und Objektarbeiten sinnliche, raumbezogene Situationen, die auf die Sensibilisierung der Wahrnehmung ausgerichtet sind.

Ihre Werke stehen durchwegs der Malerei und Zeichnung nahe, obwohl diese Medien selbst nicht zur Anwendung kommen. Joumard ‹zeichnet und malt› mit diversen, vorgefertigten, alltäglichen Materialien wie reflektierende Stoffe, Spiegel, Licht und den dazugehörigen Elementen Elektrizität, Energie und Netzwerksverbindungen. Ihre Installationen sind beispielsweise von Elektrokabel, Steckdosen, Verbindungsstücken oder Leuchtkörpern geprägt, ausgerichtet auf die individuellen Gegebenheiten des Raumes. Entweder strukturieren sie als Zeichnung den Raum, reagieren auf die jeweiligen Lichtverhältnisse oder wirken auf das Verhalten des Rezipienten ein. Eine Reihe von Spiegel beispielsweise, verweigert dem Betrachtenden bei frontaler Sicht die spiegelbildliche Reflektion, welche jedoch beim Betrachten von der Seite möglich ist. Der Besucher wird so indirekt zum Ausprobieren verschiedener Blickwinkel und zur Reflexion herausgefordert und in seinem gewohnten Ausstellungsbesucher-Weg irritiert. Die Photographie Videoprojecteur zeigt die Aufnahme eines Drei-Röhren-Projektionsgerätes, dessen Grundfarben Rot, Gelb und Blau auf die Kamera gerichtet sind. Das Bildgenerierungsgerät wird dabei selbst zum Repräsentationsmotiv. In Joumards Photodiptychon Travelling wird von einem Rohbau-Innenraum der Blick auf den Aussenraum gerichtet. Die Baukonstruktion rahmt den Ausblick; das Panorama wird blickgerecht und wahrnehmungsintensiv räumlich geteilt. Die Werke Joumards faszinieren durch ihre Materialität, ihre Simplizität, ihre konzeptuelle Idee und ihre Umsetzung. Die Auseinandersetzung mit dem Material, den funktionalen und konzeptuellen Möglichkeiten des Lichts und seiner kunsthistorischen Verwendung ziehen sich wie ein roter Faden durch ihr Werk. Referenzen an die abstrakte Kunst, ebenso wie an die Minimal Art werden immer wieder wachgerufen, wobei Joumards Affinität zur Sinnesbezogenheit der Minimal Art tendiert. Für die Ausstellung im Kunsthaus Baselland wird sie eine spezielle raumbezogene Konzeption erarbeiten.
Text von Sabine Schaschl

KuratorIn: Sabine Schaschl