Werner von Mutzenbecher

Filmmaker's afternoon, painter's night

14.8. —
11.9.2005

Von Mutzenbecher Werner E 2005 3
Werner von Mutzenbecher, Sit-in, 1988
Von Mutzenbecher Werner E 2005 5
Werner von Mutzenbecher, Ausstellungsansicht Kunsthaus Baselland 2005
Von Mutzenbecher Werner E 2005 4
Werner von Mutzenbecher, Ausstellungsansicht Kunsthaus Baselland 2005
Von Mutzenbecher Werner E 2005 1
Werner von Mutzenbecher, Ausstellungsansicht Kunsthaus Baselland 2005
Von Mutzenbecher Werner E 2005 2
Werner von Mutzenbecher, Basel Untergrund I, 2005, Ausstellungsansicht Kunsthaus Baselland 2005

Werner von Mutzenbecher (geb. 1937 in Frankfurt am Main, lebt in Basel und lehrte u.a. 1973—2000 an der Schule für Gestaltung) bezeichnet sich selbst als Maler, der Filme macht, jedoch nicht für das Kino.

Ebenso wie in seinen Malereien strebt er auch in seinen Experimentalfilmen keine Illusion an; er will keine Geschichten erzählen, sondern mit ‹Bildern› arbeiten. In der Ausstellung Filmmaker’s afternoon, painter’s night wird das filmische Schaffen anhand zweier Filmprogramme, Das Londoner Filmprogramm und Das KHBL Filmprogramm, sowie des vor kurzem fertig gestellten Films Basel Untergrund den jüngsten Malereien gegenübergestellt. Untersucht werden die Verbindungen zwischen den beiden verwendeten Hauptmedien. In den Malereien dominieren mit der Hand gemalte Linien, welche das eigentliche, an geometrischen Formationen orientierte Bild zum Flirren bringen was den Werken eine filmische Dimension gibt. Zwei figurative Bilder, den Gemälden Piero della Francescas entnommen und auf ihren linearen Kern reduziert, verbinden sich anhand ihrer spezifischen Linienführung mit von Mutzenbechers abstrakten Bildern. Im Film Basel Untergrund verfolgt der Künstler kompositorisch eine geometrische Anordnung und eine mathematische Rhythmisierung: Eine Person geht in vier Varianten in eine vierteilige Bildprojektion von in Basel aufgenommenen Bildausschnitten ‹hinein›. Sie wird in Rückenansicht von dem projizierten Bilderkreuz in ihrer Körpermitte erfasst. In der letzten Filmsequenz wirft die Figur den Blick zurück auf den Betrachter, wobei die erstmals auftauchende, weisse Gesichtsmaske das Geschehen ins Unheimliche und Absurde steigert. Wie in zahlreichen früheren Filmen des Künstlers, haftet dem Film eine psychologische Dimension an, welche trotz der äusserst präzisen Komposition des Filmes, die Grundstimmung bestimmt. Konzentriert auf das Wesentliche — im Stil, in der Farbe, der Rhythmik und der Komposition — bringen von Mutzenbechers Malereien und Filme medien- und themenspezifisch Immanentes immer wieder neu betrachtet zum Ausdruck.
Text von Sabine Schaschl

KuratorIn: Sabine Schaschl