Künstler:

Ariel Schlesinger

Ariel Schlesinger ist in den letzten Jahren immer wieder durch erstaunliche Werke und Rauminterventionen aufgefallen. Im Kunsthaus Baselland richtet er nun seine bislang grösste institutionelle Einzelausstellung aus.

Bekannt wurde der 1980 in Jerusalem geborene und derzeit in Berlin arbeitende und lebende Künstler durch seine minimalen, stets äusserst präzisen Eingriffe in Alltagsgegenstände, die – scheinbar funktionslos geworden  –  neue Möglichkeiten im Umgang mit diesen aufzeigen. Ariel Schlesinger arbeitet  mit Gegenständen,  die er dem Alltag  entnimmt, mit feinen oder auch radikalen Eingriffen wandelt und in etwas überführt, das ihnen selten die Form, wohl aber den angestammten Charakter nimmt  – und ihnen damit zugleich ein Rätsel und ein Faszinosum verleiht.

In vielen seiner Werke geht der Künstler mit einer Art destruktiv-konstruktiven Strategie vor, greift ein, wandelt, führt den Gegenstand in etwas Neues über und ermöglicht dem Betrachter überraschende Entdeckungen mit etwas scheinbar bestens Vertrautem. Bisweilen scheint es, als wolle der Künstler Vergangenes, Zerbrochenes oder Totes zu neuem Leben erwecken, es vor dem Verschwinden bewahren und verloren Geglaubtes durch präzise Eingriffe zu neuem Leben erwecken.

Es sind zahlreiche Werke, die einem in der unmittelbaren Begegnung wie ein kleiner Wahrnehmungsschock treffen und die volle Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Manchmal wirken die daraus neu entstandenen neuen Objekte gar bedrohlich oder am Ort der Präsentation Gefahr bringend. Erst nach und nach, im achtsamen Sehen, werden sie logischer, verständlicher und poetischer. Voraussetzung: Man lässt sich ein auf diese dichte Kette an (Selbst-)Befragung und Fantasie, die einem in der reinen Anschauung helfen, den Dingen auf den Grund zu gehen – und mehr hinter allem zu sehen und zu entdecken, als man gemeinhin angenommen hat.

Im Juni 2013 erschien eine Publikation zu Ariel Schlesinger im Christoph Merian Verlag, herausgegeben von Ines Goldbach. Darin finden sich Texte des Künstlerkollegen Jonathan Monk, des Kunst- und Architekturhistorikers Robert Ginsberg sowie ein längeres Interview mit Ariel Schlesinger.

Presseartikel zur aktuellen Ausstellung im Kunsthaus Baselland.

With special thanks to: Dvir Gallery, Tel Aviv & Galerija Gregor Podnar, Berlin/Ljubljana

Ariel Schlesinger, Ausstellungsansicht Kunsthaus Baselland, 2014

Foto: Serge Hasenböhler

Ariel Schlesinger, Ausstellungsansicht Kunsthaus Baselland, 2014

Foto: Serge Hasenböhler