JAHRESPROGRAMM 2017

20. Januar bis 19. März 2017

DORIS LASCH
BIANCA PEDRINA

Eröffnung: Donnerstag, 19. Januar, 18.30 Uhr
Presserundgang: Mittwoch, 18. Januar, 11 Uhr

 

Im Rahmen ihrer ersten grossen institutionellen Einzelausstellung im Kunsthaus Baselland untersucht Doris Lasch (* 1972, DE, lebt und arbeitet in Basel) Formen der Bildproduktion. In einer Zeit, in der das fotografische Bild allgegenwärtig zu sein scheint und die Menge an fotografisch hergestellten und zugleich digital veränderten Bildern zunimmt, hinterfragt Lasch die Prozesse dieser Form des Bildergenerierens mit den Mitteln und Funktionsweisen der Fotografie. Auf unterschiedliche Weisen werden Momente respektive Möglichkeiten der Bildentstehung in das Ausstellungssetting integriert. Zwischen Installation, Intervention und Skulptur inszeniert Doris Lasch Formen und Fragmente einer fotografischen Sprache in den Räumen des Kunsthaus Baselland und nimmt auf die umgebende Architektur des Ausstellungsraumes Bezug.

 

Doris_Lasch

Doris Lasch
2016

 

Bianca Pedrina (* 1985, CH, lebt und arbeitet in Wien) setzt sich in ihrem fotografischen Werk konstant mit dem Vorgang der visuellen Wahrnehmung auseinander. Oft ist es die Gattung der Architektur und deren Geschichte, welcher sie formal und inhaltlich nachspürt. Zentral für ihre Arbeit ist die Frage nach der Beziehung zwischen dem Betrachter und seiner unmittelbaren Umgebung sowie nach dem Wahrheitsanspruch an die Fotografie im Allgemeinen. In ihrem vielschichtigen Werk, in dem sie unterschiedliche Medien wie Fotografie, Film, aber auch Skulptur und Installation nutzt, geht Pedrina der Frage nach, wie ein Werk die Eigenheiten des Mediums Fotografie und somit den Zusammenhang zwischen Abbildung und Realität thematisieren kann. Die Ausstellung im Kunsthaus Baselland wird die bisher grösste institutionelle Einzelausstellung von Pedrina sein, die zuletzt im Amerika-Haus (C/O Berlin) ihr Werk einem grösseren Publikum vorstellen konnte.

Freitag, 20. Januar: Kunsthaus Baselland @Museumsnacht Basel

20. März bis 31. Dezember 2017

DANIEL GÖTTIN

Jahresaussenprojekt Kunsthaus Baselland 2017
Eröffnung: Sonntag, 19. März, 11.30 Uhr 

 

Daniel Göttin (* 1959, CH), der seit Langem in Basel lebt und tätig ist, wird mit dem Jahresaussenprojekt für das Kunsthaus Baselland einen überraschenden Einblick in sein Werk ermöglichen, das vielen allein unter den Begriffen konkret oder auch minimalistisch bekannt ist. Göttin, der gerade in den letzten Jahren vielfach in grossen internationalen Gruppen- und Einzelausstellungen, vornehmlich in Japan, Australien und den USA eingeladen und präsent war, wird „ein Stück Welt“ nach Muttenz ins bzw. ans Kunsthaus Baselland bringen.

31. März bis 16. Juli 2017

ITZIAR OKARIZ

Eröffnung mit Live-Performance: Donnerstag, 30. März 2017, 18.30 Uhr
Pressekonferenz: Mittwoch, 29. März, 11 Uhr
In Kooperation mit dem CA2M. Centro de Arte Dos de Mayo, Madrid,
und Tabakalera. Centro Internacional de Cultura Contemporánea, San Sebastián

 

Itziar Okariz (* 1965, ES, lebt in Bilbao und Madrid) gehört seit Längerem zu den internationalen wichtigen Performance-KünstlerInnen, die sich speziell mit Themen wie Gender und Sprache befassen und dabei der Bedeutung von Worten und Texten im Verhältnis zum eigenen Körper nachgehen. Eine breite Wahrnehmung erlangte ihr Werk nach Live-Auftritten u. a. im Guggenheim Museum Bilbao, im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía in Madrid oder auch in den Strassen von New York, nachdem sie viele Jahre in der Metropole verbracht hatte.

Die Einzelausstellung im Kunsthaus Baselland – die erste Präsentation ihres Werkes in der Schweiz und die erste Überblicksausstellung über ihr Werk überhaupt – wird einen speziellen Einblick in das vielschichtige Schaffen von Itziar Okariz geben, darunter auch Live-Performances und grössere Soundarbeiten. Weitere Stationen werden im Anschluss das CA2M. Centro de Arte Dos de Mayo in Madrid und das Tabakalera. Centro Internacional de Cultura Contemporánea in San Sebastián sein. Gemeinsam wird ein umfassender Katalog zum Schaffen von Okariz entstehen.

Itziar_Okaris

Itziar Okariz
Irrintzi Repetition (Mute)
2009

28. April bis 16. Juli 2017

MARKUS AMM
PIERO GOLIA

Eröffnung: Donnerstag, 27. April, 18.30 Uhr
Presserundgang: Mittwoch, 26. April, 11 Uhr

 

Der Künstler Markus Amm (* 1969, DE, lebt in Genf) wurde international bekannt u. a. durch seine Teilnahme an grösseren Gruppenausstellungen zur Malerei, wie etwa 2014 Variations: Conversations In And Around Abstract Painting im Los Angeles County Museum of Art, Los Angeles, CA, oder 2008 Triumph of Painting 4: Germania in der Saatchi Gallery, London. Zentral bei diesen grossen Überblicksausstellungen stand die Frage, was Malerei heute sein und leisten kann. Im Kunsthaus Baselland wird Amm, der viele Jahre in London tätig war und nun in Genf arbeitet und lebt, seine erste umfangreiche Werkpräsentation in der Schweiz realisieren. Der Künstler wird einen Überblick über seine faszinierenden, bisweilen auch rätselhaften Malereien ermöglichen, mit denen er auf subtile Weise, Fragen nach Farbauftrag und -verläufen auf u.a. eigens von ihm aufwändig hergestellten Kreidegrundierungen als Bildträgern verhandelt.

Der in Los Angeles, USA, lebende italienische Künstler Piero Golia (*1974) zählt zu den eigenwilligsten zeitgenössischen Konzeptkünstlern, die konsequent die Systeme und Bedingungen der Kunst, aber auch die Erwartungen hinterfragen, die an die KünstlerInnen gestellt werden. Im Jahr 2005 begründete Golia die „Mountain School of Arts“ in Los Angeles mit, in welcher die Studierenden lernen und Unterricht nehmen können, ohne Studiengebühren zahlen zu müssen; 2013 realisierte er das Chalet Hollywood – eine Art Club mit Leihgaben und Arbeiten von befreundeten KünstlerInnen, welcher als Ort der Kunsterfahrung durch Gespräche, gemeinsames Essen, Austausch usw. dient. Oder: Mit einer Gruppe von Kunststudierenden bildete er im Jahr 2014 die Nase des ersten US-Präsidenten George Washington vom Mount Rushmore nach und stellte somit das Kunstmachen als theatralischen Akt dar – vor allem aber hinterfragte er damit, wie fähig die Kunst ist, eine Gemeinschaft und ein soziales Gefüge auszubilden. Für seine erste institutionelle Ausstellung in der Schweiz wird Golia ein neues, eigens für den Anbau des Kunsthauses Baselland entwickeltes Werk schaffen.

 

PieroGolia_ChaletGrandFinale_2013_ph_BretRedman

Piero Golia
Chalet Grand Finale, 5. Februar 2016
Foto: Bret Redman

28. August bis 3. September 2017

ZU GAST: INSTITUT KUNST HGK FHNW

Eröffnung, Sonntag, 27. August, 11.30 Uhr

 

Wie in jedem Jahr stellt das Institut Kunst der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHWN die Diplomarbeiten der Absolvierenden öffentlich aus. Und dies nicht nur, um die Abschlussarbeiten der KünstlerInnen einem grösseren Publikum zu präsentieren, sondern auch, um im ständigen Dialog mit Institutionen und verschiedenen Kontexten der Stadt zu sein. Die Diplomausstellung 2017 findet im Kunsthaus Baselland statt.

15. September bis 12. November 2017

MARCIA HAFIF
MAJA RIEDER

Eröffnung: Donnerstag, 14. September, 18.30 Uhr
Presserundgang: Mittwoch, 13. September, 11 Uhr
Die Ausstellung von Marcia Hafif entsteht in Kooperation mit dem
Kunstmuseum St. Gallen

 

Marcia Hafif (*1929, USA, lebt in New York und Kalifornien) ist eine der grossen VorreiterInnen, die in den 1970er Jahren die Vorstellungen von der Praktik des Malens und des Kunstverständnisses an sich um grundlegend neue Perspektiven erweitert haben. Seit den 1980er Jahren werden Begriffe wie „radikal“ verwendet, um Hafifs Arbeit mit monochromer Malerei zu beschreiben. Die Zeichnungen auf Papier – vertikale, flächendeckende Bleistiftstriche – nahmen im Jahr 1972 ihren Anfang und führten zum vertikalen Strich in Farbe. Das Arbeiten in beiden Medien setzt sich noch immer fort und passt in das, was sie als The Inventory bezeichnet. Jede Serie in The Inventory entwickelt ein Medium – unter Verwendung traditioneller Methoden und Materialien für die Herstellung von Farbe und die Vorbereitung des Untergrunds. Die einzelnen Arbeiten der Serie sind mal grösser, mal kleiner, und entstehen normalerweise durch vertikale Pinselstriche, mit denen der Effekt von ungemischter Farbe auf geeigneten Malgründen ausgelotet wird. Das Kunsthaus Baselland zeigt u.a. Werke aus diesen Serien, die vielleicht ihre radikalsten sind: die Black Paintings (1979/80), in denen sie durch das Überlagern von Ultramarinblau und Umbrabraun zu Schwarz gelangte. In Verbindung mit der zeitgleichen Werkschau im Kunstmuseum St. Gallen ist dies Marcia Hafifs bis dato umfangreichste Präsentation in der Schweiz und die lang erwartete Ausstellung einer aussergewöhnlichen Künstlerin.

 

Marcia_Hafif

Marcia Hafif
Hafif painting Shade Paintings
New York studio
2013

Maja Rieder ( *1979, CH, lebt in Basel) beschäftigt sich seit Anbeginn ihres Schaffens konsequent mit der Frage, wie die Zeichnung mit dem Raum eine Verbindung eingehen kann. Bei Rieder ist es nicht die Kontur oder beschreibende Linie, sondern die Schaffung von konkreten Formulierungen, etwa von geometrischen Grundformen mit Grafit – meist in Pulverform –, Überlagerungen oder auch Faltungen von Papierblättern oder grossen Bahnen. Durch das Übereinanderlegen, das Falten, aber auch das Aussparen, Abdecken und dadurch Freilassen von Papierfeldern entstehen Positiv-Negativ-Formen und -Figuren, die von der Künstlerin teilweise über weite Raumpartien installiert werden und auf den architektonischen Raum einwirken können. Es wird der bislang grösste Auftritt von Maja Rieder sein, die für ihre Einzelausstellung das gesamte untere Geschoss des Kunsthaus Baselland einnehmen wird.

26. November 2017 bis 7. Januar 2018

REGIONALE 18

Eröffnung: Samstag, 25. November, 18.30 Uhr

 

Die Ausstellung Regionale ist ein grenzüberschreitendes Projekt, das in dieser Form einzigartig ist. Neunzehn Institutionen aus drei Ländern (CH, D, F) zeigen künstlerische Positionen aus der Region Basel und des trinationalen Gebietes (Nordwestschweiz, Südbaden, Elsass).