Künstler:

Matthias Huber

Jahresaussenprojekt 2016 für das Kunsthaus Baselland

7. März bis 31. Dezember 2016

Events: Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm siehe unter Events

 

Matthias Huber beschäftigt sich seit Längerem in seinem Werk konsequent mit Fragen der Bildfindung, aber auch des Sammelns und Ordnens von Bildern oder Bildarchiven. Vielfach münden seine Sammlungen – meist Fundstücke in Papierform – neu geordnet u.a. in Publi- kationen, die er veröffentlicht. Sein Interesse für Sammlungen schlägt sich aber auch in sei- ner Malerei nieder. Malen ist für ihn auch ein Anlegen eines vielschichtigen Bild-, Formen und Farbarchivs, das der Künstler konsequent über den Verlauf von Zeit weiterentwickelt.

Für das Jahresprojekt des Kunsthauses Baselland 2016 hat Matthias Huber einerseits die Vorderseite des aktuellen Faltblatts des Jahresprogramms gestaltet. Am 6. März 2016, eröffnen wir nun den grossen Aussenbanner des Kunsthauses Baselland, der die Frontseite des Kunsthauses bedeckt und eine grosse Aussenwirkung auf die Hauptverkehrsader St.Jakob-Strasse hat. Dieses, in den Dimensionen gewaltige Werk (8 x 6 Meter) an dieser Stelle vermag es, das ganze Jahr über als intriganter Blickfang zu wirken. Bisherige Künst- ler/innen des Jahresprojekts für das Kunsthaus Baselland: Bianca Pedrina, Cloud Atlas, 2014; Kilian Rüthemann, Run, 2015;

 

Matthias Huber zu seiner Arbeit

‹Anstelle von «Gelb» muss es richtig heissen «Schwarz»› ist der originale Wortlaut eines Erratums, das ich in einem Kunstband entdeckt habe. Ich sammle diese Berichtigungen aus Büchern und Magazinen schon seit einigen Jahren. Der Satz hat aus mehreren Gründen meine Aufmerksamkeit erregt. Er weist ganz sachlich auf eine groteske Farbverwechslung hin und mutet gleichzeitig eigenartig hölzern-poetisch an. Er kratzt ganz unbedacht am populären «Schwarz/Weiss»-Sinnbild, indem er für das sonst übliche «Weiss» willkürlich das farbige Pendant «Gelb» wählt. Die Satzstellung ist mit dem vor das Substantiv gesetzten Verb dann noch so angelegt, dass jeglicher Irrtum möglichst vermieden werden soll. (…)

Gerade in Zusammenhang mit dem Bannerprojekt für das Kunsthaus ist es für mich interes- sant, dass der Satz auf zwei sehr unterschiedliche Arten gelesen werden kann. Zuerst als das was er ist, nämlich die Berichtigung einer in einem Text begangenen Verwechslung, worauf das «heissen» hindeutet. Dann aber auch – und weil eine Verwechslung der beiden Farben beinahe unmöglich scheint – als übertrieben selbstbewusst vorgetragener Vorschlag für eine Namensänderung. Die Parole lautet: ‹«Gelb» soll neu «Schwarz» heissen!› Es ist ein unpraktischer Änderungsvorschlag für eine seit Jahrhunderten gelernte Farbbezeichnung, oder vielleicht – und eben doch – auch die längst überfällige Korrektur eines vor langer Zeit begangenen Irrtums. (…)

Der Banner des Kunsthaus Baselland bildet in der Nachbarschaft einen Sonderfall, der sich das Privileg herausnimmt, den werbestrategisch wertvollen Standort explizit nicht werberisch nutzen zu müssen. Das war für die Herangehensweise an die Aufgabe und die Arbeit am Banner ein wichtiger Ausgangspunkt. ‹Anstelle von «Gelb» muss es richtig heissen «Schwarz»› verstehe ich auch als einen selbstverständlichen, und sachlichen Beitrag an die

Umgebung von Seiten der Kunst. Das Projekt bietet eine Information an, die für den Alltag unpraktikabel ist. Der Satz ist nicht aus einem praktisch-ökonomischen Zweck heraus an diesen Ort gelangt. Ich sehe seine Rolle – wenn überhaupt – darin, die Suche nach einem Zweck anzustossen.

 

Kurzbiografie

Matthias Huber (*1980 Bottmingen, wohnhaft in Basel). Vorkurs an der Schule für Gestal- tung Basel. Studium der Visuellen Kommunikation an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Bern. Tätigkeit als Buch- und Plakatgestalter. Danach Masterstudium Kunst an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel.

Ausstellungen (Auswahl): 2015: «Eidgenössischer Kunstpreis», Swiss Art Awards, Basel; «Nimm‘s mal easy», Ausstellungsraum Klingental, Basel; «Hochparterre», Kunstmuseum Olten; «New! New Too!», Regionale 16, Kunstraum Riehen; 2014: «All I ever see is matchs- tick men and you», Kunsthalle Bern; «Formsache», Kunstmuseum Thun; «Painting causes Paintings», Schwarzwaldallee, Basel; «Union», Union Pacific Gallery, London (UK); «Werk- beiträge Kanton Basel-Stadt», Kunsthalle Basel: 2013: «Out of the Blue», Kaus Australis, Rotterdam (NL); «Eidgenössischer Kunstpreis», Swiss Art Awards, Basel; «Plattform 13», EWZ Selnau, Zürich; «Impression National», Kunsthaus Grenchen: 2012; «Under Construc- tion», Regionale 13, Kunstraum Riehen; «Master of Fine Arts», Diplomausstellung, Kunsthal- le Basel; «12 noon», HKB Master of Fine Arts, Centre Pasquart, Biel (Gastposition Master Basel)

Matthias Huber

Matthias Huber, weiss, rot, 2016.