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Regionale 13 – No man is an island

Kuratiert von Sabine Schaschl und Martina Siegwolf

No man is an island, entire of itself; every man is a piece of the continent, a part of the main. If a clod be washed away by the sea, Europe is the less, as well as if a promontory were, as well as if a manor of thy friend’s or of thine own were. Any man’s death diminishes me because I am involved in mankind; and therefore never send to know for whom the bell tolls; it tolls for thee. (John Donne, Devotions Upon Emergent Occasions: Meditation XVII)

„Niemand ist eine Insel“ – dieser vielzitierte Satz des englischen Schriftstellers John Donne dient als Ausgangspunkt für die diesjährige Regionale im Kunsthaus Baselland mit dem Fokus auf ein junges Kunstschaffen aus der Region.

Sabine Schaschl, Direktorin und Kuratorin hat das Konzept und die Durchführung der Ausstellung gemeinsam mit der Kunsthistorikerin, Vermittlerin und Dozentin Martina Siegwolf entwickelt und kuratiert. Siegwolf ist mit der Regionale seit ihren Anfängen vertraut und war unter anderem mitbeteiligt an der ersten Regionale.

Dieses Jahr haben Sabine Schaschl und Martina Siegwolf über ein Dutzend KünstlerInnen aus der Region Basel direkt eingeladen, ergänzt von einigen Künstlerpositionen, die aus den eingereichten Dossiers ausgewählt worden sind.

Zu den berühmtesten, populärkulturellen Rezitation von „no man is an island“ zählen die gleichnamigen Buchtitel von Johannes Mario Simmel und Thomas Merton. Donne beschreibt wie jeder Mensch Teil eines Ganzen ist und vergleicht das Weggespült-Werden eines Erdklumpen mit dem Verlust eines Menschen. Von diesem frühen Netzwerk-Gedanken ausgehend, beschäftigt sich die Ausstellung im Kunsthaus Baselland mit der Fragestellung nach der Arbeitsweise einer jungen Generation von Künstlern, die im Zeitalter von Social Media und globaler Vernetzung in einem omnipräsenten Kommunikations- und Austauschgefüge stehen. Grundsätzlich kann diesem Gefüge entsprochen werden, indem man selbst Teil des Netzwerkes wird oder man kann der Kommunikations-Allgegenwärtigkeit durch einen Rückzug auf die „eigene Insel“ entfliehen. Doch auch letzteres ist durch die Mitnahme eines so genannten Netzwerkes im Geiste geprägt.

Die Ausstellung vereint künstlerische Positionen, deren Arbeitsweise durch direkte oder indirekte Kollaborationen charakterisiert oder schlichtweg in einem losen Austausch mit Künstlerkollegen entstanden sind. Die Künstlerin Clare Kenny beispielsweise ist immer wieder kuratorisch tätig und vergleicht diese Tätigkeit mit der Produktion eines „neuen Materials“, das sie wiederum in ihrer künstlerischen Tätigkeit einsetzt. Die Künstlerin Sarah Bernauer hat für die Regionale in

Zusammenarbeit mit der Kunsthistorikerin Franzika Glozer das mediale Grossprojekt „A Word for Play“ konzipiert, ein Sprachstück in 5 Akten, das sich wiederum mit den Regionale-Kollaborationspartnern FABRIKculture, Hegenheim und LA KUNSTHALLE, Mulhouse vernetzt. Lorenza Diaz, die in Basel studiert hat und jetzt in Leipzig wohnt, konzipiert und betreut mit sieben weiteren Künstler-KollegInnen Ausstellungen in- und ausserhalb Leipzigs. Bianca Hildenbrand, die u.a. den artist run space „deux pieces“ in Basel mitbetreut, hat in ihrer Audio-Installation eine dreitägige Diskussionsrunde zwischen KünstlerInnen aus dem Kreise der Abstrakten Expressionisten zum Ausgangspunkt einer Neufassung genommen. So wie sie greifen v.a. Künstler einer jungen Generation auf historische Avantgarden und kunsthistorische Vorbilder zurück, die in ihren eigenen Werken ihren Wiederhall finden.

Im Sinne einer gegenwärtigen netzwerkartigen Arbeitsweise von Künstlern und Kuratoren wurde ebenso die Kuratorin Sophie Kauffenstein aus Strassburg eingeladen, einige Videoarbeiten französischer KünstlerInnen auszuwählen. Eine weitere Vernetzung findet auch dahingehend statt, dass Martina Siegwolf ein Vermittlungsprojekt mit Studierenden der HGK, Lehrberufe für Gestaltung und Kunst entwickelte.

Niemand und jeder ist eine Insel, müsste die Schlussfolgerung lauten – das Kunstschaffen heute (und nicht nur dieses) braucht sowohl den Austausch mit der globalen Insel als auch den Rückzug auf die eigene Insel. Die Ausstellung im Kunsthaus Baselland führt dies exemplarisch vor Augen.

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Philipp Reinau, Ausstellungsansicht, 2012

Aline Zeltner, Ausstellungsansicht, 2012