Heinrich Lüber

What's up?

22.1. —
6.3.2005

Heinrich Lüber (*1961, lebt in Basel) wird von der Kunstwelt als Performer bezeichnet. In speziellen Kleidungen und mit Hilfe diverser, oft speziell gefertigter Requisiten führt der Künstler physisch-räumliche Eingriffe durch, die als Bilder im Raum dem Rezipienten konfrontierend gegenübertreten.

In den Performances ragen beispielsweise überdimensionale Hände aus Lübers Performance-Körper, der Künstler scheint Wände hochzugehen oder physisch in einen grosse Kreisel zu mutieren. Oftmals wird Sprache in die Performances einbezogen, die jedoch nicht das Kommunizieren, sondern lediglich den Akt des Sprechens als ‹Sprachbild› aufzeigt. Meist werden in der Rezeption von Lübers Performances deren komplexe Entstehungsgeschichte und konzeptuellen Rahmenbedingungen ausgeblendet — ein Umstand dem die Ausstellung im Kunsthaus Baselland Rechnung trägt. Lübers Einzelausstellung rekontextualisiert sein künstlerisches Schaffen, indem Vorbereitungsarbeiten wie Zeichnungen, vereinzelte Requisiten in ihrer materiellen Rohheit und ein dokumentarisches Video die Frage der Werkdefinition neu aufgreifen. Lübers Performances gehen zahlreiche zeichnerische und physisch-räumlich ausgeführte und fotografierte Skizzen voran. Die Unmittelbarkeit der Zeichnungen lässt aufschlussreiche Einblicke zu ins konzeptuelle Experimentieren am Bild, welches die Performance erzeugen soll. Die konkret ausgeführten Skizzen dienen nebst der Überprüfung des Bildcharakters auch dem Ausloten der technischen Voraussetzungen, die, gekoppelt mit der Auswahl der Kleidung, letztlich die Bildwahl bestimmen. Anlässlich der Basler Museumsnacht führte der Künstler im Aussenraum auch eine Performance durch (Freitag, 21. Januar: 19.30, 21.30, 23.30).
Text von Sabine Schaschl

KuratorIn: Sabine Schaschl