Sinnesumschmeichelungen

25.9.2026  —
4.4.2027

In Kooperation mit der Contemporary Art Collection ”la Caixa” Foundation


Geneviève Cadieux, Esther Ferrer, Douglas Gordon, Cristina Iglesias, Anish Kapoor, Ernesto Neto, Tobias Rehberger, Maya Rikli, Giacomo Santiago Rogado, Hagar Schmidhalter, Soledad Sevilla, Rémy Zaugg

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Cristina Iglesias, Corredor Suspendido II, 2005. ”la Caixa” Foundation Contemporary Art Collection © 2026, ProLitteris Zurich

Projektpartner


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Hans und Monika Furer-Brunner Stiftung

Eine Ausstellung zum Thema Wahrnehmung am neuen Ort des Kunsthaus Baselland auf dem Dreispitz macht in vielfacher Hinsicht Sinn. Wünscht man sich doch generell einen Besuchenden, der mit schauendem Auge durch Ausstellung und Gebäude geht und dabei sowohl die ausgestellten Werke in ihrem räumlichen Kontext als auch die vielen Ein- und Ausblicke durch die Architektur nach aussen in den Himmel, das Birkenwäldchen als auch die urbane Struktur des Dreispitz wahrnimmt. Nun eröffnet sich mit dieser Ausstellung eine weitere sinnfällige Ebene – die der Werke, die auf eine spezifische Art und Weise die Wahrnehmung an sich thematisieren: das unmittelbare Erleben der eigenen, individuellen Wahrnehmung im vis-à-vis mit den ausgestellten Werken und raumgreifenden Installationen und die Möglichkeit dieselbe zu verfeinern und zu trainieren.


Ausgangspunkt für die Ausstellung ist eine Auswahl an Werken der renommierten Sammlung zeitgenössischer Kunst ”la Caixa” Foundation, eine seit den 1980er Jahren aktive, äusserst umfangreiche private Sammlung in Spanien, die sowohl als eine der bedeutendsten in ihrem Land gilt, als auch eine der wichtigsten für viele zeitgenössische Kunstschaffende weltweit hinsichtlich ihrer steten Ankäufe, oftmals von grossen Installationen.

Eine Auswahl an Werken nun unter dem Aspekt der Wahrnehmung im Kunsthaus zu zeigen, geht auf die Idee von Nimfa Bisbe, Sammlungsmanagerin der ”la Caixa” Foundation, als auch Ferran Barenblit, freier Kurator, ehemaliger Direktor des MACBA – Museu d'Art Contemporani de Barcelona und leitender Kurator der 16. Shanghai-Biennale 2027, zurück. Das neue Kunsthaus Baselland schien für diese Idee ideal und lässt sich zudem mit dem kuratorischem Programm des Kunsthaus verbinden, das immer wieder einen Schwerpunkt auf das Kunstschaffen im Frankreich, Spanien und Südamerika legt und dabei sinnstiftende Dialoge zwischen Kunst und Architektur als auch den Kunstschaffenden vor Ort sucht.

Die grosse Sammlungswerkauslage mit Werken aus der Sammlung zeitgenössischer Kunst ”la Caixa” Foundation wird ergänzt durch Kunstschaffenden, die in der Region Basel tätig sind bzw. lange mit dem Baselbiet verbunden waren und mit ihren Werken in den Dialog zur Sammlungsauswahl treten, darunter Maya Rikli, Giacomo Santiago Rogado, Hagar Schmidhalter als auch Remy Zaugg.

Parallel dazu wird im Obergeschoss die Einzelausstellung des in Basel tätigen Künstlers und Musikers Yanik Soland eröffnet werden, der mit seinen Werken die Erfahrbarkeit von Sound und Musik über das Hören hinaus thematisiert und das erste Mal in einer umfassenden Präsentation gezeigt wird.

Die für diese Ausstellung Sinnesumschmeichelungen ausgewählten und eingeladenen Kunstschaffenden Geneviève Cadieux, Esther Ferrer, Douglas Gordon, Cristina Iglesias, Anish Kapoor, Ernesto Neto, Tobias Rehberger, Maya Rikli, Giacomo Santiago Rogado, Hagar Schmidhalter, Soledad Sevilla und Remy Zaugg formen zusammen im Kunsthaus einen Parcours, der einlädt sich innerhalb der Räume und Werkauslagen zu verhalten. Bereits der Titel spürt dem Wunsch nach, sich mit allen Sinnen nahezu wellenartig inmitten der Kunst zu bewegen und bewegen zu lassen.

Folgt man dem Gedanken des Philosophen und Psychiater Thomas Fuchs, ist es essenziell für unsere menschliche Wahrnehmung, dass wir uns körperlich verorten, d.h. in eine Situation physisch begeben und nicht allein den Intellekt und unser Gehirn als grosse Schaltzentrale und Vermittlungsapparat wirken zu lassen. Man könnte es gut vergleichen mit Extremkletterern, die – jede Saison aufs Neue – sich allmählich an unterschiedlichste Situationen vor Ort heranarbeiten müssen, um die eigene Wahrnehmung, Orientierung, den Gleichgewichtssinn usw. in der Höhe und unter extremen Bedingungen konsequent trainieren müssen; denn die Wahrnehmung lernt und verlernt. Man wünscht sich das daher auch im Kontext eines Ausstellungs- und Museumsbesuchs: dass man in der physischen Anschauung und zugleich leiblichen Verortung sich und seine Wahrnehmung hochtrainieren kann zu noch mehr Offenheit, Agilität und damit auch Resilienz gegenüber dem, was der Alltag einem jeden zum Teil an Extremherausforderungen abverlangt.


Kurator*in: Ferran Barenblit und Ines Goldbach