Renate Buser

12.8.2007 —
31.12.2008

Renate Buser, Fassade Kunsthaus Baselland, 2007
Renate Buser, Jahresaussenprojekt Kunsthaus Baselland 2007

In Renate Busers Werk unterscheiden sich verschiedene Ein- und Ansätze des Fotografischen. Mit ihren vor Ort entstandenen Fotografien macht die Künstlerin oft nicht wahrgenommene Raumbezüge, Linienführungen und baukörperliche Zusammenhänge sichtbar.

Sie greift in die bestehende Architektur ein und baut mittels Fotografie ihre ureigene Version, die das Besondere des Ortes herausschält. Die Ergebnisse dieser architektonischen Bestandsaufnahmen werden in meist grossformatigen Fotografien auf Textil- oder Papierträger übertragen und an analogen Punkten der tatsächlichen Architektur eingesetzt, deren inhärente Strukturen eine völlig neue Architekturvariante zulassen. So wird die strassenseitige Fassade des Kunsthaus Baselland mit einem fotografischen Trompe l’œil des dahinter liegenden Innenraums virtuell verändert: Anstelle der bisherigen festen Mauer mit der Beschriftung des Kunsthauses zeigt sich dem Betrachter — in der Blickperspektive von innen nach aussen — die für jenen Bauteil charakteristische Fensterfront und die einfallenden Lichtstreifen. Der fotografische Eingriff bewirkt eine Öffnung des schachtelartigen Baukörpers und leitet die BesucherInnen aufgrund der Streifenführung von Fenster- und Lichtzonen zum Haupteingang hin.
Text von Sabine Schaschl

KuratorIn: Sabine Schaschl