Boa Baumann

*1953

Brunegg

CH

Im Kopf
Klang-, Raum-, Lichtinstallation, 2022

Fritz Hauser, Boa Baumann, Brigitte Dubach

Fritz Hauser, Boa Baumann und Brigitte Dubach gestalten eine Art begehbaren Kopf. Eine akustische und visuelle Welt aus Geräuschen und Tönen, Projektionen, Lichträumen, verschachtelten Klang- und Fantasiewelten. Eine unablässige, sich ändernde Folge aus assoziativen Bildern verbindet sich mit dem ganzheitlichen Raumkonzept. Eines, das die Perspektiven ständig neu erfindet und sich auch mit den parallel ausgestellten Dialogarbeiten auseinandersetzt.

Unterirdische Oase

Ich könnte aber auch, um mich etwas aufzumuntern,
in den unterirdischen Garten gehen, in die unterirdische Oase,
die ich seit vielen Jahren hege und pflege in mir.
Da gibt es Geheimnisse, geheime Heilkräfte und Rezepte,
um leben zu können und zu überleben.
Da gibt es geduldig wartende Gedanken, die mit ihren Blättern
leise rascheln, damit man sie nicht vergisst.
Da keimen und wachsen Idee, in unvorstellbarer Vielfalt, und
Farben, die sich gegen jede Mutlosigkeit zu wehren verstehen.
Eigentlich kann ich auch zugeben, dass diese Oase nur ein
Hirngespinst ist von mir, eine kleine Zelle in meinem Kopf,
in der ich meditieren und neue Möglichkeiten testen kann.
Es ist eine ummauerte Stille, ohne ein einziges Heiligenbild.

(Werner Lutz)

früher als gestern

nicht erst gestern, schon viel früher – habe ich aus den farb-folien rechtecke zugeschnitten, sie in filterrahmen gelegt, bin die leiter hochgestiegen und habe sie in die scheinwerferhalterungen eingeschoben.
licht und farben für das geschehen auf der bühne – wechselnde emotionen, magische momente, sprechende, singende, tanzende, musizierende menschen.
durch licht und farben gestaltete, sich verändernde räume – vergänglich und verschwunden im dunkel der nacht.

die vorstellung im kunsthaus beginnt mit der morgendämmerung.
mit der kraft der sonne, noch einmal die farben aufleben lassen.
das tageslicht und die schräg stehende wintersonne malen wandernde bilder in den raum.
mit der untergehenden sonne verschwinden die farben im dunkel der nacht, ohne spuren zu hinterlassen. erinnerungen an die wahrgenommenen farben.

(brigitte dubach)



Andreas Boa Baumann beschäftigt sich mit zeitgenössischer Architektur in verschiedensten Massstäben. Seine Projekte sind innovative Programme, offen in ihrer Interpretierbarkeit, präzise in ihrer architektonischen Artikulation, geprägt vom subtilen Umgang mit der Umgebung und den verwendeten Materialien sowie von einer intensiven Auseinandersetzung mit der vorgesehenen Nutzung. Für ihn als Architekten sollen Bauten im Idealfall zur Identitätsbildung neuer und sich verändernder Orte beitragen und sowohl gesellschaftliche Anliegen wie auch räumliche Intentionen durch eine starke und zugleich verständliche Sprache prägen. Seit Jahrzehnten ist Baumann fasziniert vom Grenzbereich zwischen Architektur und verschiedenen Medien und Kunstsparten wie Video, Malerei, aber auch Theater und Musik.


boabaumann.ch


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